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News: BKA und BITKOM warnen vor steigender Internet-Kriminalität
Eingereicht am: 01.07.2011 - 10:14 Von User: JinLing

News Inhalt

Am heutigen Donnerstag wurden in Berlin sowohl das Lagebild "Cybercrime 2010" des Bundeskriminalamtes (BKA) als auch eine BITKOM-Umfrage zum Thema Internet-Kriminalität vorgestellt. Beide kommen zum selben beunruhigenden Ergebnis: Mit der Nutzung des Internet nimmt auch die Internet-Kriminalität zu; die Zahl der Betroffenen steigt ebenso an wie der angerichtete Schaden.

"Insbesondere die Ausspähung von Online-Zugangsdaten, etwa für Plattformen oder Internet-Shops, ist im Vergleich zu 2010 stark angestiegen", sagte Prof. Dieter Kempf, BITKOM-Präsident und Vorstandsvorsitzender des Vereins "Deutschland sicher im Netz" (DsiN). "Durch die Technisierung der Gesellschaft und die weitverbreitete Nutzung moderner Medien und Kommunikationsformen haben diese neuen Medien auch Einzug in klassische Kriminalitätsformen gehalten, vor allem im Betrugsbereich", sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke und ergänzt: "Im Jahr 2010 wurden in der Polizeilichen Kriminalstatistik rund 250.000 Fälle registriert, in denen das Internet zur Tatbegehung genutzt wurde. Das ist im Vergleich zum Vorjahr eine Zunahme von 20 Prozent. Im Zielspektrum der Cybergruppierungen steht die vollständige Identität der Internet-Nutzer, die die Täter bedarfsangepasst und flexibel für ihre kriminellen 'Geschäftsmodelle' missbrauchen."

Laut der BITKOM-Umfrage haben 70 Prozent aller deutschen Internet-Nutzer ab 14 Jahren schon einmal negative Erfahrungen im Web gemacht. Dafür sind vor allem Viren, Trojaner und andere Malware verantwortlich - mit diesen hatte rund jeder Zweite deutsche Internet-Nutzer schon einmal Probleme. Aber auch Betrugsdelikte, insbesondere beim Online-Shopping, werden als Problem empfunden. Auch die BITKOM-Umfrage stellt daneben eine massiv angestiegene Anzahl von Fällen fest, in denen sensible Daten ausgespäht und missbraucht werden.

Neben dem durch die Fallzahlen dokumentierten realen Risiko steigt laut Umfrage auch die gefühlte Bedrohung stark an. Immer mehr Deutsche haben Angst vor Online-Kriminalität. Fühlten sich 2010 noch 75 Prozent aller User von Cyberkriminellen bedroht, sind es inzwischen 85 Prozent. Zu einem ähnlichen Schluss kommt auch die Statistik des BKA.

Auch die Professionalisierung der Online-Kriminellen scheint anzuhalten. Ziercke warnte vor deren Anpassungs- und Innovationsfähigkeit: "Die Internet-Betrüger arbeiten zumeist auf internationaler Ebene arbeitsteilig zusammen. Sie begehen nicht nur selbst die Straftaten, sondern bieten auch Schadprogramme oder komplette kriminelle Infrastrukturen in den Foren der Underground Economy global zum Kauf oder zur Miete an." In diese Kategorie fallen beispielsweise die Vermietung von Botnets oder der Verkauf von Schadsoftware, teilweise mit regelrechten Service- und Support-Verträgen, wie sie des Öfteren vorkommen. Wie zuvor schon viele Sicherheitsexperten betont auch das BKA, dass die angebotenen Werkzeuge aufgrund ihrer relativ einfachen Handhabung mittlerweile auch für Täter ohne fundierte IT-Spezialkenntnisse nutzbar sind.

Nicht nur Privatpersonen, sondern auch Wirtschaftsunternehmen werden zunehmend Opfer von Internet-Kriminalität. Gerade im letzten Jahr konzentrierten sich viele Betrüger und Datendiebe verstärkt auf Firmen und verlegten sich zunehmend auf gezieltere Angriffe, die teilweise auch die Sicherheitsmaßnahmen technisch durchaus gut aufgestellter Unternehmen umgehen konnten. "Cyber-Kriminelle setzen vermehrt auf Social Engineering: Sie versuchen, sich Zugang zu sensiblen Informationen zu verschaffen, indem sie Mitarbeiter unter Druck setzen oder ihre Hilfsbereitschaft ausnutzen", sagte Kempf. Zudem hätten gerade kleinere und mittlere Unternehmen oft Nachholbedarf bei der Organisation ihrer IT-Sicherheit. Es fehlt häufig sowohl an technischer Ausstattung als auch an Know-How, um sensible Daten effektiv zu schützen.

Ziercke und Kempf kündigten anlässlich dieser Erkenntnisse an, den Informationsaustausch zwischen Wirtschaft und Polizei weiter zu intensivieren. BKA und BITKOM wollen auch bei der Aufklärung der Nutzer eng kooperieren.

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