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News: RIAA: Das US-Urheberrecht "funktioniert nicht"
Eingereicht am: 25.08.2010 - 23:31 Von User: JinLing

News Inhalt

Beim Technology Policy Institute Aspen Forum trafen am gestrigen Montag zahlreiche Größen der Kreativwirtschaft aufeinander. Unter den Gästen und Diskussionsteilnehmern fand sich unter anderem der Präsident der Recording Industry Association of America (RIAA) sowie ein Produktberater von YouTube. Deren Meinungen hätten nicht unterschiedlicher sein können.

In wiederkehrenden Abständen treffen Vertreter der Kreativwirtschaft aufeinander. So auch am gestrigen Montag in Aspen (US-Bundesstaat Colorado). Beim Technology Policy Institute Aspen Forum widmete man sich ganz der digitalen Gegenwart und Zukunft. Dabei hatten alle Parteien ganz eigene Vorstellungen. Der Präsident der Recording Industry Association of America (RIAA), Cary Sherman, übte harsche Kritik am Digital Millenium Copyright Act.

Der US-Kongress hatte das Gesetz im Jahr 1998 erlassen. Es sollte eine Reaktion auf die Zunahme digitaler Nutzungsmöglichkeiten sein. Urheber, Verwerter sowie Nutzer sollten in ein faires Gleichgewicht gebracht werden. Wie Sherman festhielt, beinhalte der Digital Millenium Copyright Act (DMCA) jedoch zahlreiche Schlupflöcher. Internetprovidern und Web-Unternehmen würde es dadurch ermöglicht, die Augen zu verschließen, wenn ihre Kunden illegale Handlungen durchführen. Rechtliche Konsequenzen müssten die Anbieter nicht befürchten.

"Der DMCA funktioniert nicht für alle inhaltenutzenden Menschen. Man kann nicht alle Rechtsverletzungen im Internet überwachen. Das ist einfach nicht möglich. Wir haben nicht die Fähigkeit alle Plätze zu kontrollieren, auf denen Inhalte rechtswidrig auftauchen, wie beispielsweise Filehoster wie RapidShare", so Sherman während der Panel-Diskussion.

Ein Redakteur von CNET wollte in Erfahrung bringen, welche Optionen man sich vorstellen könne. Sherman erwiderte daraufhin, dass es möglicherweise notwendig sei, dass der US-Kongress ein neues Gesetz erläßt, welches Übereinkünfte mit Diensteanbietern wie Providern, Webhostern und Suchmaschinen festsetzt. Die RIAA würde Übereinkünfte mit solchen Zwischenstellen begrüßen. "Wir arbeiten an [einer Diskussion mit Breitbandanbietern] und wir würden diese Beziehung gerne erweitern. Nicht nur mit ISPs sondern [auch mit] Suchmaschinen, Bezahldiensten und Werbedienstleistern", so Sherman.

Wie Sherman nach der Panel-Diskussion gegenüber dem CNET-Redakteur erklärte, sei dies kein Ruf nach einem neuen Gesetz gewesen. Vielmehr würde man eine Handlung des Kongresses nur begrüßen, wenn es absolut notwendig würde, um einen freiwilligen Vertrag mit eben jenen Partner festzusetzen. Ein umfangreiches Gesetz ohne deren freiwillige Kooperation wolle die RIAA jedoch nicht.

Lance Kavanaugh, Produktberater von YouTube widersprach Shermans Behauptung, dass das Urheberrecht kaputt sei: "Unserer Ansicht nach funktioniert der DMCA genau so, wie der Kongress es beabsichtigt hatte." Wie Kavanaugh erklärte, seien die USA führend, wenn es um innovative Ideen im Web geht. Dies sei ein Ergebnis des Kompromisses, der mit dem DMCA geschaffen wurde. "Es wurde rechtlich ausgelotet, damit [Fehltritte] passieren können. Damit diese kleinen Unternehmen etwas erfinden können, ohne Angst haben zu müssen, dass sie ein Prozess vernichtet. Zumindest solange, wie sie bestimmten Regeln folgen. Der Kongress hat vorausschauend [gehandelt]. Sie haben die richtige Balance gefunden."

Sherman bestätigte Kavanaugh, dass YouTube gute Arbeit leiste, wenn es um die Filterung und Löschung von urheberrechtsverletzenden Videoclips gehe. Google könnte diese Praxis jedoch "von heute auf morgen einstellen" und könnte nicht zur Verantwortung gezogen werden, solange YouTube auf die DMCA-Mitteilungen antworte. Darüber hinaus, so Sherman, geschehe auch weit Schlimmeres: "Wenn Sie 'Beyonce MP3' [bei YouTube] eingeben, stehen die Chancen nicht schlecht, dass das erste Ergebnis, das man findet, eine illegale Seite ist."

Mit dieser Feststellung liegt Sherman durchaus richtig, wie auch ein kurzer Test bei YouTube beweist. Eine vergleichbare Suche fördert Videoclips zutage, in denen offen Links zu diversen Filehostern angeboten werden. Bei diesen lassen sich die Songs direkt als MP3 herunterladen.

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